Wie funktioniert das? 

Einen kleinen Einblick in den Alltag einer von Angehörigen organisierten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz vermittelt Ihnen ein Film über die “Villa Mathildenhöhe”, den Sie kostenlos auf you tube ansehen können: Film Villa Mathildenhöhe. 

Hier sind die Eckpunkte eines WG-Konzeptes: 

  • Die Betroffenen leben als Mieterinnen und Mieter in einem geeigneten Haus oder einer Wohnung zusammen und werden dort von einem selbst gewählten ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst mit den notwendigen Leistungen versorgt.
  • Die WG hat eine so überschaubare Größe, dass eine „Gemeinschaft“ entsteht. Ähnlich wie die früher auf dem Lande übliche Großfamilie. Die WG wird damit zu einem Ort der Geborgenheit.
  • Zentrale Idee ist eine an der „Normalität“ orientierte Organisation des Tagesablaufs. Rüstige WG- Bewohnerinnen und -Bewohner beteiligen sich an der Erledigung alltäglicher Aufgaben (wie z.B. Kochen). Motto: „Alltag statt Therapie!“.
  • Das Pflegepersonal ist in der WG zu Gast (wie in der ambulanten Pflege) – nicht umgekehrt.
  • Auch die Wohnung und das Wohnumfeld sollen möglichst „normal“ sein. Die Küche ist in den Wohnraum integriert. Es gibt kein „Schwesternzimmer“.

Die An- und Zugehörigen engagieren sich! 

Finanzierung

 In Berlin kann ein ambulanter Pflegedienst seine in einer Wohngemeinschaft erbrachten Leistungen der Pflegeversicherung mittels über eine speziell dafür vorgesehene pauschale Vergütung abrechnen. In allen anderen Bundesländern ist es für die WG etwas komplizierter, die ambulante Pflege zu bezahlen.

Daher ist es üblich zwischen einer Grundpauschale für die Betreuung einerseits und den individuellen Pflegekosten andererseits zu unterscheiden:

Betreuungspauschale

Die Kosten für die Grundbetreuung inkl. Nachtdienst/Nachtbereitschaft werden pauschal auf alle WG-Bewohnerinnen und -Bewohner umgelegt. Einen Teil dieser Kosten übernimmt die Pflegeversicherung.

 Eingesetzt werden können folgende Mittel der Pflegeversicherung:

  • 214,- € Wohngruppenzuschlag (§ 38a)
  • 125,- € Entlastungsbetrag (§ 45b)

zusätzlich: 

  • bis zu 40% der Pflegesachleistung (§ 36), also abgestuft nach Pflegegrad (PG), also:
PG 2PG 3PG 4PG 5
Leistung724 €1.363 €1.693 €1.995 €
40%290 €545 €677 €798 €

Rechnet man diese “Budgets” zusammen, können für die Betreuungspauschale je nach Pflegegrad folgende maximalen Deckungsbeträge genutzt werden: 

PG 2PG 3PG 4PG 5
629 €884 €1.016 €1.137 €
  1. Individuelle Pflegeleistungen

 Für die individuell benötigten Pflegeleistungen (Hilfe bei der Körperpflege, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme etc.) können die (verbleibenden) Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI eingesetzt werden. Geht man davon aus, dass 40% der Pflegesachleistung in die Betreuungspauschale geflossen sind, stehen für die Bezahlung der individuellen ambulanten Pflege noch die restlichen 60% der Pflegeleistungen nach § 36 zur Verfügung, also je Pflegegrad (PG): 

PG 2PG 3PG 4PG 5
Leistung724 €1.363 €1.693 €1.995 €
60%434 €818 €1.016 €1.197 €

Dazu können noch die Mittel für die sog. Verhinderungspflege gemäß § 39 SGB XI in Höhe von max. 2.418 € pro Jahr (bei Verzicht auf Kurzzeitpflege) eingesetzt werden.

 Jede in einer WG lebende Person kann durch einen ambulanten Pflegedienst natürlich auch die ihr zustehenden Krankenversicherungsleistungen zusätzlich beziehen.